Die sogenannte 10-Millionen-Schweiz-Initiative löst kein einziges Problem der Mietenden. Sie lenkt von den wahren Ursachen der Wohnkrise ab: missbräuchlich hohe Mieten und zu wenig bezahlbarer Wohnraum. Auch bei einer Annahme der Initiative würden die Mieten weiter steigen. Für viele Haushalte würde sich die Situation sogar verschlechtern.

Nein zur Chaos-Initiative
Macht Wohnen noch unbezahlbarer
Schon heute geben fast 40 Prozent der Mietenden mehr als 30 Prozent ihres Haushaltseinkommens für die Miete aus. Die Chaos-Initiative will die Personenfreizügigkeit kündigen, was einen Wirtschaftseinbruch, Rentensenkungen und Lohnverluste zur Folge hätte. Die Einkommen würden sinken, und noch mehr Menschen könnten sich die Miete nicht mehr leisten.
Senkt keine einzige Miete
Die Chaos-Initiative würde keine einzige Miete senken. Denn die Initiative enthält keine einzige Massnahmen, die die Mieten senkt oder mehr günstigen Wohnraum schafft. Im Gegenteil: Sie macht die Zuwanderung zum Sündenbock und behauptet pauschal, die Zuwanderung sei schuld an den hohen Mieten. Das ist falsch: Die Mieten stiegen auch, als die Zuwanderung sank. So ging 2025 die Zuwanderung um 12 Prozent zurück, während die Angebotsmieten um über 2 Prozent stiegen.
Unglaubwürdige InitiantInnen
Die Initiative ist eine Mogelpackung. Das überrascht nicht. Denn im 21-köpfigen Initiativkomitee sitzen 14 VertreterInnen der Immobilien-Lobby, darunter der Präsident des Hauseigentümerverbandes. Die Mietenden sind nicht vertreten. Das zeigt: Es geht den Initianten nicht um Lösungen, sondern darum, Mietende gegeneinander auszuspielen und von den wahren Problemen abzulenken.
Nicht weniger freie Wohnungen wegen der Zuwanderung
Die Behauptung der InitiantInnen, wegen der Zuwanderung gebe es keine freien Wohnungen mehr, ist frei erfunden. In den 20 Jahren vor der Personenfreizügigkeit standen im Schnitt deutlich weniger Wohnungen leer als in den letzten 20 Jahren. Im Jahr 2001, dem letzten Jahr vor der Personenfreizügigkeit, standen in der Schweiz rund 36'000 Wohnungen leer. 2025 waren es mit 37'000 praktisch gleich viele. 2020 lag die Zahl leerer Mietwohnungen sogar bei rekordhohen 67'000. Trotzdem wurden die Mieten laufend teurer.
Das wirkliche Problem: Missbräuchlich hohe Mieten
Es ist gesetzlich geregelt, wie hoch eine Miete sein darf: Alle realen Kosten plus eine gedeckelte Rendite. Doch dieses Recht wird nicht eingehalten, weil die einzelnen Mietenden persönlich für die Einhaltung sorgen müssen. Und: Die Politik weigert sich, etwas dagegen zu tun.
Die Immobilien-Branche verlangt deshalb Mietpreise, die eigentlich gar nicht zulässig sind. Allein im Jahr 2024 haben Mietende deshalb über 10 Milliarden Franken zu viel Miete bezahlt, das macht pro Haushalt durchschnittlich 360 Franken pro Monat!
Die Chaos-Initiative würde daran nichts ändern. Doch es gibt ein wirksames Mittel: die Mietpreis-Initiative.
Es braucht richtige Lösungen
Wer die Explosion der Mieten wirksam bekämpfen will, braucht keine Pseudo-Lösungen wie die Chaos-Initiative.
Es braucht Massnahmen gegen missbräuchlich hohe Mieten, mehr Schutz für günstigen Wohnraum und mehr bezahlbare Wohnungen.
Die wirksame Lösung gegen die Mietpreis-Explosion ist die Mietpreis-Initiative des Mieterinnen- und Mieterverbandes. Sie sorgt dafür, dass keine missbräuchlich hohen Mieten mehr verlangt werden können und die Mieten endlich wieder sinken.